Weihnachten auf Madeira: Warum diese Zeit so besonders ist
Vor sechzehn Jahren bin ich zum ersten Mal zu Weihnachten hierhergekommen — und habe mich sofort in die Insel verliebt. Was mich damals überrascht hat, überrascht mich bis heute: eine Insel im Lichterglanz, bei T-Shirt-Wetter, und trotzdem unsere ruhigste Zeit im Jahr.
Vor sechzehn Jahren war ich zum ersten Mal zu Weihnachten hier auf Madeira – gemeinsam mit meiner Mutter, wir wollten dem deutschen Winter einfach mal entfliehen. Was uns erwartet hat, hätte ich mir nie träumen lassen: Die ganze Stadt erblüht in Lichterglanz, jede Straße mit einem eigenen Thema geschmückt. Auf dem Weihnachtsmarkt stehen junge Mädels als Grinch verkleidet für Fotos bereit, jeden Abend spielt eine Band live Musik – und das alles bei T-Shirt-Wetter.
Die Lichter und die große Marktnacht
Am 1. Dezember abends geht's los, dann erstrahlt die ganze Stadt. Das Highlight aber ist der 23. Dezember, die lange Marktnacht. Die halbe Insel kommt nach Funchal, um wie in alter Tradition für das Fest einzukaufen – keine Touristenattraktion, sondern etwas, das die Madeirenser seit Generationen aus eigenem Antrieb feiern. Früher gab es noch keine Kühlschränke, deshalb musste am 23. Dezember alles frisch gekauft werden, damit es für die Feiertage hielt.
Und so sitzen dort, wo morgens noch die Thunfische auf dem Fischmarkt lagen, abends die Menschen zusammen und singen Weihnachtslieder. Rund um den Mercado dos Lavradores wird die halbe Alt- und Innenstadt zum friedlichen Fest, es wird gefeiert bis in die frühen Morgenstunden, Musikgruppen mit traditioneller Musik ziehen singend durch die Straßen. Kostenlos, für alle.
Was mich dabei immer wieder überrascht: Diese Zeit, mit diesem Wetter, ist bei uns Nebensaison. Bis auf die Kreuzfahrtschiffe sind relativ wenige Touristen auf der Insel.
Die Wahrheit über das Wetter
Zum Wetter kursieren übrigens viele Fehlinformationen, weil die meisten Berichte nur eine Durchschnittstemperatur zeigen. Auf Madeira kann man an einem Tag durchaus vier Jahreszeiten erleben. Bei uns im Süden liegen die Temperaturen meistens zwischen 18 und 24 Grad. Klar, ab und zu regnet es, vor allem wenn der Wind mal von Süden kommt – aber sonst wären wir ja nicht die grüne Blumeninsel, die Insel des ewigen Frühlings.
Ein perfekter Wintertag bei uns
Wie so ein perfekter Tag bei meinen Gästen aussieht? Frühstück auf unserer Terrasse – es ist meistens warm und hell genug dafür. Selbst am dunkelsten Tag des Jahres geht die Sonne um 8 Uhr auf und erst um 18 Uhr unter, und sie ist dann auch wirklich da.
Danach geht's raus zu den schönsten Wanderwegen der Insel. Nicht die Instagram-Spots, die man überall im Netz sieht, sondern die vielen versteckten Wege, allen voran unsere Küstenwanderwege. Auch hier schauen wir natürlich immer auf die Wetterkarte, wo gerade das beste Wanderwetter ist – ein kleiner Tipp von mir: immer schauen, wo der Windschatten liegt.
Nach der Wanderung geht's in eines der schönen Restaurants in der Stadt oder direkt auf den Weihnachtsmarkt, zu einem der tollen Konzerte – und natürlich darf eine Poncha dabei nicht fehlen.
Die beste Poncha gibt's übrigens in Câmara de Lobos, dem kleinen Fischerort gleich neben Funchal. Wie man da ganz entspannt hinkommt, erzähle ich in unserem Artikel Hop-on-Hop-off in Funchal – lohnt sich das?
Ihr plant schon weiter? Alle anderen großen Feste auf der Insel – vom Karneval über das Blumenfest bis zum Silvesterfeuerwerk – findet ihr mit Terminen in unserem Überblick Feste auf Madeira 2026 & 2027. Und wer bis zum Jahreswechsel bleibt: Alles zum berühmten Feuerwerk steht in Silvester auf Madeira.
Schau doch mal in unseren Kalender, vielleicht gibt's ja die eine oder andere Lücke. Dann trinken wir vielleicht unsere Poncha auf dem Weihnachtsmarkt gemeinsam.
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Wie warm ist es zu Weihnachten auf Madeira?
Im Süden der Insel liegen die Temperaturen meist zwischen 18 und 24 Grad. Durchschnittswerte aus Wetterberichten täuschen oft, denn man kann an einem Tag durchaus vier Jahreszeiten erleben. Ab und zu regnet es, vor allem bei Wind aus Süden.
Ist Weihnachten auf Madeira Hoch- oder Nebensaison?
Nebensaison — trotz Lichterglanz, Weihnachtsmarkt und mildem Wetter sind abgesehen von Kreuzfahrtgästen relativ wenige Touristen auf der Insel.
Was ist an der Marktnacht am 23. Dezember besonders?
Die halbe Insel kommt nach Funchal, um traditionell frisch für die Feiertage einzukaufen. Rund um den Mercado dos Lavradores wird gefeiert, gesungen und musiziert — kostenlos und bis in die frühen Morgenstunden.
Kann man an Weihnachten auf Madeira noch wandern?
Ja, sehr gut sogar. Wir schauen morgens auf die Wetterkarte und suchen uns die Seite der Insel mit dem besten Wanderwetter — abseits der bekannten Instagram-Spots gibt es viele ruhige, versteckte Wege.